Pyro-Info

Feuerwerke

  • Um in Österreich ein Feuerwerk durchführen zu dürfen, bzw. um diese pyrotechnischen Gegenstände überhaupt beziehen zu können, benötigt man in jedem Einzelfall eine behördliche (bescheidmäßige) Bewilligung von der zuständigen Sicherheitsbehörde (Bezirkshauptmannschaft oder Bundespolizeidirektion). Diese erhält man i.d.R. auf Antrag wenn folgende persönliche Bedingungen erfüllt werden:

  • Vollendung des 18. Lebensjahres
  • Verlässlichkeit (dass die pyrotechnischen Gegenstände nicht missbräuchlich oder leichtfertig verwendet werden)
  • Nachweis über die entsprechende Fachkenntnisse auf dem Gebiet der Pyrotechnik
  • Der Nachweis der Fachkenntnisse kann insbesondere erfolgen durch:
  • Vorlage einer Berechtigungsurkunde für die Erzeugung von pyrotechnischen Gegenständen oder
  • durch einen Kurs F3 od. F4 mit positiver Abschlussprüfung und ausgestelltem Pyrotechnikausweis.

Um diese Fachkenntnisse zu erlangen, versteht man insbesondere:

  • Gesetzliche Grundlagen (Pyrotechnikgesetz, relevante Bestimmungen des Schieß- und Sprengmittelgesetzes, Beförderungs- und Lagervorschriften)
  • Kenntnisse über die verwendeten Explosivstoffe (einfache “Pyrochemie”) inkl. Geschichte der Feuerwerkerei
  • Warenkunde (Arten, Aufbau, Funktion, Wirkung und Gefahren der gängigen pyrotechnischen Gegenständen)
  • Materialien und Hilfsmittel (Mörser, Abschussvorrichtungen, Befestigungsmittel, etc.)
  • Zündtechniken (Hand- und elektrische Zündung)
  • Projektieren von Feuerwerken (Auswahl des Abbrennplatzes, Planung, Versicherung, Antragstellung und Choreographie)
  • Setup-Techniken (Vorbereitung der pyrotechn. Gegenstände, Aufbau und Montage des Feuerwerkes)
  • Sicherheitsvorkehrungen (Einsatz von Helfern, Schutzausrüstung, Sicherheitsabstände, Unfallverhütungsmaßnahmen, Grundkenntnisse betreffend Brandschutz; Unfallbesprechung)
  • Durchführen des Feuerwerkes, inklusive Behandlung von Versagern und Maßnahmen nach dem Abbrennen des Feuerwerkes

Wie sieht es derzeit in der Praxis aus?

  • In der Regel besucht man bei einem vom BmfI anerkannten Lehrgangsträger einen Kurs welcher mit einer Prüfung abgeschlossen werden muss.
  • Im neuen PyroTG 2010 wurde die Ausbildung neu geregelt und nun bestehen folgende Möglichkeiten bzw. Vorraussetzungen um einen Pyrotechnikausweis zu bekommen:
  • Man muss einen F3 Kurs absolvieren der wie beschrieben mit einer Prüfung abgeschlossen werden muss. Mit der Ausbildung F3 hat man die Möglichkeit pyrotechnische Effekte mit einem Satzgewicht bis zu 2.000g zu verwenden. Nach dem alten PyroTG waren es bis 250g.
  • Möchte mach jedoch Bombeneffekte verwenden, welche nur in der F4 zur Anwendung kommen werden, dann muss man nach dem F3 Kurs bei mind. 15 Großfeuerwerken mitgearbeitet haben. Diese 15 FW müssen vom jeweiligen verantwortlichen Pyrotechniker bestätigt werden und dem Lehrgangsträger beim F4 Kurs vorgelegt werden.
    Nach Durchführung der 15 FW kann man bei jeden zugelassenen Lehrgangsträger den F4 Kurs danach durchführen. Dieser F4 Kurs wird wieder mit einer Prüfung abgeschlossen.
  • Danach hat man die Möglichkeit seinen Pyrotechnikausweis bei der zuständigen Wohnsitzbehörde zu beantragen. Jedoch benötigt man vor Absolvieren eines Kurses F3 od. F4 immer eine Verlässlichkeitsbescheinigung die dem Lehrgangsträger vor Kursbeginn vorzuweisen ist.

Geschichte

Die Geschichte der Feuerwerkerei ist unzertrennlich mit der Geschichte des Schieß- bzw. Schwarzpulvers verbunden; ohne diesem wäre sie nicht denkbar. Die Pyrotechnik – die “Kunst vom Feuer” – begann nämlich mit der eher zufälligen Entdeckung des Schwarzpulvers.

Das Schwarzpulver wurde vor mehr als tausend Jahren in Asien entdeckt bzw. entwickelt; wer tatsächlich dafür verantwortlich war, lässt sich heute nicht mehr genau feststellen. Schwarzpulver wurde vor allem in China vorerst für friedliche Zwecke genutzt, vorwiegend bei Festlichkeiten und um Geister zu vertreiben. Erst im 13. Jahrhundert soll die Kenntnis des Schwarzpulvers von Seefahrern nach Europa gebracht worden sein, wobei der englische Mönch Roger Bacon in seinen Aufzeichnungen von einem Gemisch aus Salpeter, Holzkohle und Schwefel für die Verwendung in Knallkörpern berichtete. Diese Zusammensetzung ist bis heute unverändert geblieben. Nach dem bekannt werden der Formel revolutionierte das Schwarzpulver sehr rasch die Möglichkeiten für Gesteinsabbau und für die Entwicklung von Kanonen und Musketen.

Noch ein Name ist unzertrennlich mit dem Schwarzpulver verhaftet: der Mönch Berthold Schwarz (oder “Berthold der Schwarze”). Auch er soll (nach nicht gesicherten Überlieferungen) zufällig und unabhängig das Schwarzpulver erfunden bzw. entdeckt und mit Feuerwaffen experimentiert haben. Gesichert ist jedenfalls, dass das deutsche Freiburg im 14. und 15. Jahrhundert ein Zentrum für die Entwicklung von Feuerwaffen und für die Ausbildung von Kanonieren war und das Schwarzpulver von dort sehr rasche Verbreitung fand. In den darauffolgenden Jahrhunderten wurden prunkvolle Feuerwerke in gigantischen Ausmaßen, oftmals mit bis zu einem Jahr Vorbereitungs- und Aufbauarbeiten, zu diversen festlichen Anlässen der Königshäuser und zu religiösen Festen veranstaltet.

Durch den Fortschritt der Wissenschaft und der Chemie wurden immer bessere Effekte und Farben entwickelt,
die unsere heutigen Feuerwerkskörper prägen.

Feuerwerksartikel

Bengalische Lichter S1

Bengalische Lichter gibt es in Form von Pulvern zum lose Aufschütten auf einer nicht brennbaren Unterlage oder als diverse Bengalische Fackeln bzw. Zylinderflammen. Damit lassen sich Gebäude oder Geländestrukturen eindrucksvoll beleuchten.

Vorsicht: Die Schlacke von Bengallichtern ist sehr heiss!
Verwendung ab 16 Jahre.

Bombetten

Bombetten sind kleine zylindrische Feuerwerkskörper, die wie große Bomben aus Abschussrohren verfeuert werden, aber keine eigene Ausstoßladung besitzen; diese muss der Pyrotechniker bei der Vorbereitung selbst (im richtigen Verhältnis) in das Rohr füllen!

Feuerwerksbatterien F2

… sind Effekte, wie Kleinstbomben, Leuchtsterne, Bombetten, Kometen u. dgl., die aus kleinen Kartonröhrchen verfeuert werden. Diese Röhrchen sind miteinander verleitet und meist in einer Kartonschachtel, sog. Chinabatterie, Schusskiste, Cakes, Happybatterien, etc., untergebracht. Einmal entzündet, werden die Effekte nacheinander in schneller Folge verfeuert. In der Kat.F2 können diese bis zu 500g. Nettoexplosivmasse haben. Der Verkauf erfolgt ab 16 Jahren.

Feuerwerksbatterien F3

…. sind ebenfalls Effekte, wie Kleinstbomben, u. dgl., die aus kleinen Kartonröhrchen verfeuert werden. Diese Röhrchen sind miteinander verleitet und meist in einer Kartonschachtel, sog. Chinabatterie, Schusskiste, Cakes, untergebracht.
Einmal entzündet, werden die Effekte nacheinander in schneller Folge verfeuert. In der Kat.F3 können diese bis zu 2.000g. Nettoexplosivmasse haben. Der Verkauf erfolgt ab 18 Jahren mit einer behördlichen Bewilligung über die Verwendung.

Feuerräder F2

Auf ein Gestell (sog. Frontstück) werden drehende Vorrichtungen bzw. Konstruktionen auf einer Achse montiert, die mittels sogenannten Treibern in schnelle Rotation gebracht werden. Dabei ergibt der Funkenauswurf ein interessantes Bild. Horizontale Feuerräder nennt man u.a. Springbrunnen, vertikale Räder nennt man u.a. auch Sonnen.

Feuertöpfe F4

Dies sind Effektsätze, wie Leuchtsterne, Silberwirbel, u.dgl., die durch eine Ausstoßladung im Rohr gezündet und gleichzeitig aus einem Abschussrohr verschossen werden und einen schönen Effekt ergeben.

Feuerwerksbomben F4

Feuerwerkskomben werden aus speziellen Abschussrohren oder Mörsern wie “Kanonenkugeln” verfeuert und werden gemäß ihrem Durchmesser bezeichnet (übliche Kaliber: 60 bis 300 mm). Sie sind für die gigantischen Effekte und Buketts am Himmel verantwortlich. Nach ihrer äußeren Form unterscheidet man zwischen zwei grundsätzlichen Bombenarten: Kugel und Zylinderbomben. Sie erreichen Steighöhen bis zu einigen hundert Metern und haben oft große Effektdurchmesser bis zu mehreren hundert Metern. Für deren Verwendung benötigt man entsprechende Fachkenntnisse, Erfahrung und Sicherheitsabstände!

Fontänen F2 sowie F3

In den Kartonröhren (verschiedenster Kaliber) befindet sich der Fontänen-Satz, der nach Entzünden einen intensiven, einige Sekunden anhaltenden Funkenstrahl nach oben ausstößt. Eine besondere Art der Fontäne ist der Vulkan, der, wie der Name schon sagt, eine konische vulkanähnliche Form hat.

Lichterlanzen und Feuerlogo

Die Lanzen sind dünne Kartonröhrchen mit einem eingepressten intensiv färbig brennenden (leuchtenden) Pyrosatz. Um sogenannte Lanzenbilder, Lanzenwerke oder Lanzenschriften herzustellen, werden unzählige Lanzen in bestimmten Abständen in Form des jeweiligen Bildes bzw. Logos miteinander verbunden. Einmal entzündet, ergibt dies ein beeindruckendes Leuchtbild. Lanzenbilder bedürfen allerdings sehr viel Vorbereitungszeit!

Raketen F2, F3, F4

Sind die wohl bekanntesten Feuerwerkskörper. Diese gibt es von der Pyro-Kat. F2 (Füllmenge bis 75g.) bis zur Kat. F3 und F4 für Profis. Ihr Nachteil liegt darin, dass der Leitstab, oftmals sogar noch glühend, immer unkontrolliert zu Boden fällt und so eine Verletzungs-, Beschädigungs- und/oder Brandgefahr darstellen kann. Raketen werden daher von Profis nur sparsam bzw. nur bei entsprechenden Geländebedingungen eingesetzt.
Besser und effektiver sind daher Feuerwerksbomben.
Ein Profipyrotechniker verwendet Raketen kaum.

Römische Lichter F2, F4

Diese bestehen aus einer starken Kartonröhre (in verschiedensten Kalibern), die über die gesamte Länge mit mehreren Leuchtsternen bzw. Effekten (Kometen, etc.) geladen ist. Zwischen den Sternen befinden sich jeweils kleine Schwarzpulver Ausstoßladungen, die die Sterne hintereinander entzünden und auswerfen.

Wasserfälle F3, F4

Ein ähnlicher Effekt wie die Fontäne ist der sog. Wasserfallbränder. Obwohl er keine Fontäne ist, hat er ebenfalls einen sehr intensiven Kaskadenauswurf. Allerdings wird er hängend oder waagerecht eingesetzt d.h. die Funken fallen zu Boden. Montiert oder hängt man mehrere solcher Bränder nebeneinander, dann ergibt dies das Bild eines Wasserfalles.